Digitalisierung gemeinsam gestalten: FGFC präzisiert ihre Position zum SIGI
Am 14. September 2026 kamen das Bureau exécutif élargi der FGFC und Mitglieder des Comité directeur zu einem konstruktiven Austausch über die Digitalisierung des öffentlichen Dienstes und insbesondere des kommunalen Sektors zusammen.
Dabei wurde auch deutlich, dass einzelne Aussagen zur kommunalen Digitalisierung, die im Rahmen der Pressekonferenz „FGFC präsentiert Reformagenda für eine zukunftsfähige kommunale Fonction publique“ neben zahlreichen weiteren Reformthemen angesprochen wurden, unterschiedlich interpretiert worden waren. Insbesondere entstand teilweise der Eindruck, die FGFC fordere eine Abschaffung des SIGI.
Die FGFC stellt deshalb klar: Eine Abschaffung des SIGI war zu keinem Zeitpunkt ihre Forderung.
Zur Diskussion gestellt wurde vielmehr die Frage, wie eine wesentlich engere und strukturelle Zusammenarbeit zwischen staatlicher und kommunaler Ebene organisiert werden könnte, um Kompetenzen besser zu bündeln, Synergien zu nutzen und die Digitalisierung des gesamten öffentlichen Dienstes gemeinsam voranzubringen.
Sollten die damaligen Aussagen bei Mitgliedern, Beschäftigten oder anderen Betroffenen für Unmut oder Irritationen gesorgt haben, bedauert das Bureau exécutif élargi dies ausdrücklich.
Die Diskussion hat zugleich die Komplexität der digitalen Transformation des kommunalen Sektors deutlich gemacht und unterstrichen, wie wichtig ein direkter, sachlicher und kontinuierlicher Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren ist.
Die FGFC steht zur Struktur der Gemeindesyndikate und zu einem starken und eigenständigen kommunalen Sektor. Gleichzeitig muss dieser über ausreichende personelle, technische und finanzielle Mittel verfügen, um den zunehmend vom Staat vorgegebenen digitalen Anforderungen und Standards gerecht werden zu können. Die Überlegungen der FGFC waren daher nicht als Infragestellung bestehender kommunaler Strukturen zu verstehen, sondern als Plädoyer für eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und kommunalem Sektor. Parallelentwicklungen sollen möglichst vermieden, vorhandene Kompetenzen besser genutzt und digitale Projekte schneller umgesetzt werden.
Die FGFC erkennt ausdrücklich die Fortschritte an, die seit der Einführung der neuen Governance des SIGI erzielt wurden, sowie die seither umgesetzten digitalen Anwendungen wie zum Beispiel AgentM, Workflow und weitere Anwendungen. Positiv bewertet sie insbesondere die verstärkte Einbindung des kommunalen Personals in die Entwicklung digitaler Lösungen. Die praktische Erfahrung derjenigen, die täglich mit diesen Instrumenten arbeiten, ist ein wesentlicher Faktor für praxisnahe und bedarfsgerechte Lösungen. Gleichzeitig sieht die FGFC weiteres Entwicklungspotenzial, insbesondere bei der Geschwindigkeit einzelner Prozesse und bei der weiteren Ausgestaltung einer übergreifenden Digitalisierungsstrategie für den kommunalen Sektor.
Ein konkretes Beispiel ist die Software zur Gehaltsabrechnung, die von den meisten Gemeinden über den SIGI bezogen wird. Die für die Umsetzung der Harmonisierung erforderlichen Anpassungen konnten bislang noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen werden. Dies bringt insbesondere für die Personalabteilungen, die mit der praktischen und rückwirkenden Umsetzung der neuen Bestimmungen befasst sind, nicht nur zusätzlichen administrativen Aufwand mit sich. Für die FGFC verdeutlicht dieses Beispiel, wie wichtig es ist, dass digitale Lösungen möglichst zeitnah an gesetzliche und reglementarische Entwicklungen anzupassen. Eine noch engere Abstimmung zwischen kommunaler und staatlicher Ebene kann dazu beitragen, entsprechende Prozesse künftig effizienter zu gestalten, vorhandene Kompetenzen bestmöglich zu bündeln und gemeinsam klare Perspektiven für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Der Austausch vom 14. September hat die Bedeutung eines offenen und sachlichen Dialogs über die gemeinsamen Herausforderungen der Digitalisierung unterstrichen. In diesem Sinne möchte die FGFC auch den direkten Austausch mit dem SIGI weiter fördern und wird um eine Unterredung mit dessen Bureau ersuchen. Ziel ist es, offene Fragen in einem konstruktiven und zukunftsorientierten Rahmen zu erörtern und gemeinsam Perspektiven für eine gute Zusammenarbeit zu entwickeln.
Für die FGFC steht dabei eine zentrale Frage im Mittelpunkt:
Wie schaffen wir gemeinsam eine leistungsfähige, sichere und zukunftsfähige digitale Infrastruktur für den gesamten kommunalen Sektor?
Diese Frage wird auch einen Schwerpunkt des FGFC-Symposiums am 23. Oktober 2026 bilden. Gemeinsam mit den zuständigen politischen und kommunalen Akteuren sollen dort unter anderem die zentralen digitalen Herausforderungen des öffentlichen Dienstes und insbesondere des kommunalen Sektors diskutiert werden. Für die FGFC steht fest: Die Digitalisierung des öffentlichen Dienstes kann nur gelingen, wenn Staat, Gemeinden, Gemeindesyndikate und Personal gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten. Sie muss den Bedürfnissen des Personals gerecht werden, das täglich mit den digitalen Instrumenten arbeitet, und zugleich einen konkreten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schaffen.
Die FGFC steht für einen starken, handlungsfähigen und eigenständigen kommunalen Sektor. Sie versteht es als ihre Aufgabe, den digitalen Wandel aktiv und konstruktiv zu begleiten und dabei die Interessen des kommunalen Sektors und seines Personals konsequent zu vertreten.