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Machtgier statt Solidarität: LCGB und OGBL auf Spaltungskurs

Die FGFC nimmt die aktuellen sowie bereits zurückliegenden öffentlichen Verlautbarungen von LCGB und OGBL mit Verwunderung und wachsender Irritation zur Kenntnis.

Es wirkt befremdlich, dass LCGB und OGBL auf polarisierende, populistische Zuspitzungen setzen und damit den gewerkschaftlichen Zusammenhalt bewusst schwächen. Der Eindruck drängt sich auf, dass es dabei weniger um Interessenvertretung als um Machtfragen geht – verbunden mit einer weiteren gezielten Spaltung zwischen öffentlichem Dienst und Privatsektor.

 

Erstens: Verzerrte Ursachenanalyse statt ehrlicher Selbstkritik

Wenn heute argumentiert wird, die Gehälter im Privatsektor seien vom Staatsdienst abhängig, dann ist dies keine naturgegebene Realität, sondern das direkte Resultat jahrzehntelanger Entscheidungen von LCGB und OGBL selbst.

Diese Abhängigkeiten wurden bewusst und explizit in Kollektivverträgen festgeschrieben – von genau jenen Organisationen, die sich nun als Opfer dieses Systems inszenieren.

Aus dieser selbstgeschaffenen Situation eine angebliche Legitimation abzuleiten, im öffentlichen Dienst mitverhandeln zu wollen, ist weder juristisch haltbar noch gewerkschaftlich redlich.
Vielmehr zeugt dieses Vorgehen von einem besorgniserregenden Mangel an gewerkschaftlichem Selbstverständnis und Solidarität gegenüber den tatsächlichen Berufsvertretungen des gesamten öffentlichem Dienstes.

 

Zweitens: Repräsentativität nach Belieben – ein durchschaubarer Widerspruch

Seit Jahren predigen LCGB und OGBL, dass ausschließlich national repräsentative Gewerkschaften das Recht hätten, auf nationaler Ebene zu verhandeln.

Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Prinzip plötzlich nicht mehr universell gelten soll, sobald es den eigenen Machtansprüchen im öffentlichen Dienst im Wege steht.

Noch vor wenigen Monaten wurde mit allen rhetorischen und organisatorischen Mitteln gegen einen Arbeitsminister mobilisiert, der es wagte, infrage zu stellen, warum Personaldelegationen – die mehrheitlich nicht OGBL- oder LCGB gewählt wurden – keine direkten Verhandlungen mit dem Patronat führen dürften.
Die Folgen waren Massenmobilisierungen, der Abbruch des sozialen und politischen Dialogs, der Austritt aus Gremien sowie Drohungen und Diffamierungen gegenüber der Politik und anderen Gewerkschaften

Das ist kein sozialer Dialog, das ist plumper Populismus.

 

Drittens: Machtanspruch statt Pluralismus – dann aber konsequent

Wenn es das erklärte Ziel der sogenannten Gewerkschaftsfront ist – die faktisch nur aus zwei von vielen Gewerkschaften besteht –, sich monopolistisch zu verhalten und eine absolute Deutungshoheit im sozialen Dialog zu beanspruchen, dann soll dies offen ausgesprochen werden.

Dann allerdings mit allen Konsequenzen:
mit dem Eingeständnis, dass es nicht um Arbeitnehmervertretung, sondern um Machtsicherung,
nicht um Vielfalt, sondern um Ausschluss,
nicht um Demokratie, sondern um Dominanz geht.

Die FGFC steht weiterhin für einen sozialen Dialog, der auf Respekt, klaren Zuständigkeiten und echter Repräsentativität beruht. Gewerkschaftliche Stärke entsteht nicht durch Machtansprüche oder Polarisierung, sondern durch Verantwortung, Transparenz und den Willen zur Zusammenarbeit. Nur ein pluralistischer Ansatz dient langfristig den Interessen aller Beschäftigten – unabhängig davon, ob sie im öffentlichen Dienst oder im Privatsektor tätig sind.