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Wer den öffentlichen Dienst schwächt, sägt am eigenen Ast

Die Angriffe auf den öffentlichen Dienst in Luxemburg werden immer aggressiver. Beamte, Gemeindebedienstete, Lehrpersonal und zahlreiche andere Beschäftigte werden zunehmend als Kostenfaktor oder als Hindernis für Reformen dargestellt. Dieses Narrativ ist nicht nur falsch – es gefährdet langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität unseres Landes.

Für die FGFC ist klar: Wer den öffentlichen Dienst systematisch schwächt oder gegeneinander ausspielt, greift letztlich die Funktionsfähigkeit des Landes selbst an.

Die Realität sieht nämlich anders aus. Fast die Hälfte der Staatsbeschäftigten – exakt 18.532 von 37.736 – arbeitet im Bildungswesen. Wer also den öffentlichen Dienst pauschal angreift, greift direkt Schulen, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Zukunft unseres Landes an.

Hinzu kommen tausende weitere Beschäftigte in Gemeinden, Verwaltungen, technischen Diensten und sozialen Einrichtungen, die täglich dafür sorgen, dass Luxemburg funktioniert. Alle diese Menschen – unabhängig von ihrem Statut – erfüllen eine zentrale öffentliche Mission. Der öffentliche Dienst ist kein abstrakter Verwaltungsapparat. Er ist das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Gerade deshalb beobachtet die FGFC mit großer Sorge die zunehmende Zersplitterung des öffentlichen Dienstes. Während im kommunalen Bereich rund 5.000 Beamte und „Employés communaux“ tätig sind, wächst die Zahl der „Salariés“ inzwischen auf etwa 15.000 an. Das Problem sind dabei nicht die Beschäftigten selbst. Das Problem ist eine politische Entwicklung, die immer mehr unterschiedliche Statuten, Arbeitsbedingungen und soziale Absicherungen innerhalb derselben öffentlichen Aufgaben schafft.

Ein öffentlicher Dienst darf jedoch nicht in Beschäftigte erster und zweiter Klasse aufgeteilt werden.

Unterschiedliche Karrierewege, ungleiche soziale Garantien und voneinander getrennte Systeme schwächen langfristig den inneren Zusammenhalt des öffentlichen Dienstes. Sie erzeugen Unsicherheit, Konkurrenz und zunehmenden Druck innerhalb der Verwaltungen. Gleichzeitig stellt sich zwangsläufig die Frage, wie stabil öffentliche Solidaritätsmechanismen und bestehende Pensionssysteme langfristig bleiben können, wenn der Staat sich schrittweise vom traditionellen öffentlichen Statut entfernt.

Die FGFC verteidigt deshalb einen starken und einheitlichen öffentlichen Dienst. Das bedeutet nicht Stillstand. Reformen und Modernisierung sind notwendig. Aber Modernisierung darf niemals bedeuten, öffentliche Verantwortung immer weiter aufzulösen oder den Staat nach rein betriebswirtschaftlicher Logik zu organisieren.

Denn der öffentliche Dienst ist kein Unternehmen wie jedes andere. Seine Aufgabe ist nicht kurzfristige Rentabilität, sondern Kontinuität, Neutralität, Verlässlichkeit und Gleichbehandlung im Interesse der gesamten Bevölkerung.

Wer öffentliche Dienstleistungen nur noch unter Kostenaspekten betrachtet, öffnet langfristig die Tür zu einer schleichenden Privatisierung. Genau diese Entwicklung lehnt die FGFC entschieden ab. Luxemburg braucht keinen fragmentierten Staatsapparat mit immer mehr unterschiedlichen Statuten und Unsicherheiten. Luxemburg braucht einen öffentlichen Dienst, der zusammenhält und dessen Beschäftigte unter fairen und stabilen Bedingungen arbeiten können.

Die FGFC wird deshalb weiterhin alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes verteidigen und sich gleichzeitig klar gegen jede Politik stellen, die den Staat Stück für Stück schwächt oder auseinanderdividiert.

Denn ein starker öffentlicher Dienst ist kein Luxus. Er ist eine Voraussetzung für sozialen Zusammenhalt, Vertrauen und Stabilität in Luxemburg.