Wer schnellere Verfahren will, braucht handlungsfähige Gemeinden
Die FGFC fordert eine Personalpolitik, die sich an den tatsächlichen Aufgaben orientiert. Mit ihrem Symposium „Quo vadis, Gemengesecteur?“ am 23. Oktober stellt sie die Zukunft des kommunalen öffentlichen Dienstes in den Mittelpunkt. 👉 Jetzt zum Symposium „Quo vadis, Gemengesecteur?“ am 23. Oktober 2026 anmelden.
Wie können öffentliche Verwaltungen schneller, zugänglicher und leistungsfähiger werden? Für die FGFC gehört diese Frage ins Zentrum der Debatte über Personal und Digitalisierung. Bereits in ihrer Stellungnahme zum Haushaltsentwurf 2027 vom 7. Oktober hat sie deutlich gemacht: Zusätzliche Aufgaben für Gemeinden und Gemeindesyndikate müssen mit den notwendigen personellen und finanziellen Mitteln verbunden werden.
Die Debatte über Digitalisierung und künstliche Intelligenz berührt auch die künftige Personalentwicklung im öffentlichen Dienst. Carlo Thelen hat in diesem Zusammenhang eine Begrenzung des Personalzuwachses beim Staat zur Diskussion gestellt. Auch für den kommunalen Sektor stellt sich damit eine grundlegende Frage: Nach welchen Kriterien wird künftig über den Personalbedarf entschieden? Für die FGFC greift es zu kurz, aus technischen Möglichkeiten bereits einen geringeren Bedarf abzuleiten.
Auch eine starke Wirtschaft braucht leistungsfähige öffentliche Dienste. Unternehmen sind ebenso wie die Bevölkerung auf verlässliche Ansprechpartner, zügige Genehmigungsverfahren und funktionierende kommunale Infrastrukturen angewiesen. Wer diese Leistungen erwartet, muss die Voraussetzungen schaffen, unter denen sie täglich erbracht werden können.
Die FGFC setzt deshalb auf eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft. Beide tragen zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Luxemburgs bei. Pauschale Schuldzuweisungen und das Gegeneinanderausspielen ihrer Beschäftigten erschweren gemeinsame Lösungen. Gefragt ist ein Dialog darüber, wie Verfahren vereinfacht, Schnittstellen verbessert und die jeweiligen Kompetenzen sinnvoll zusammengeführt werden können. Dabei müssen die Verantwortung für öffentliche Aufgaben und die Interessen der Beschäftigten gewahrt bleiben.
Die FGFC unterstützt eine konsequente Modernisierung der Verwaltung. Gemeinsam nutzbare IT-Systeme, einfachere Verfahren und das Once-Only-Prinzip können Doppelarbeit vermeiden: Angaben, die der Verwaltung bereits vorliegen, sollen nicht immer wieder neu eingereicht werden müssen. Dazu gehören auch einheitliche Standards für die digitale Archivierung und die Cybersicherheit, damit Informationen langfristig verfügbar, nachvollziehbar und geschützt bleiben. Auch künstliche Intelligenz kann Beschäftigte entlasten. All dies braucht Fachwissen, Weiterbildung, verlässliche technische Unterstützung und klare Zuständigkeiten.
Dabei stehen auch die gemeinsamen IT-Strukturen des kommunalen Sektors in der Verantwortung. Bei Cybersicherheit, digitaler Archivierung und der Vernetzung der Verwaltungen reichen Strategien und Projektankündigungen nicht aus. Die Gemeinden und Gemeindesyndikate brauchen einsatzfähige Lösungen, verbindliche Zeitpläne und nachvollziehbare Ergebnisse. Gemeinsame Strukturen müssen gewährleisten, dass die einzelnen Verwaltungen bei der praktischen Umsetzung technisch anspruchsvoller Anforderungen wirksam unterstützt werden.
Erwartete Entlastungen müssen sich im Arbeitsalltag bewähren, bevor sie zur Grundlage von Personalentscheidungen werden. Welche Aufgaben entfallen tatsächlich? Welche kommen hinzu? Wie entwickeln sich Arbeitsbelastung und Qualität der Dienstleistungen? Die FGFC fordert deshalb eine nachvollziehbare Aufgaben- und Personalbedarfsplanung unter Beteiligung der Personalvertretungen. Pauschale Begrenzungen werden den unterschiedlichen Anforderungen der Dienste nicht gerecht.
Im kommunalen Sektor reicht diese Frage zudem weit über Verwaltungsverfahren hinaus. Kinderbetreuung, Wasserversorgung, technische Dienste und zahlreiche weitere Leistungen brauchen Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen. Eine verantwortungsvolle Modernisierung muss dieser Vielfalt Rechnung tragen.
Mit ihrem Symposium „Quo vadis, Gemengesecteur?“ am 23. Oktober 2026 im GRIDX in Wickrange führt die FGFC diese Zukunftsdebatte weiter. Unter dem Leitmotiv „Staark Gemengen – Modern Verwaltung – Nei Realitéiten“ widmet sich die Table ronde den Herausforderungen eines modernen, widerstandsfähigen und bürgernahen Gemeindesektors. Dazu gehören Digitalisierung und KI, zeitgemäße Verwaltungsstrukturen sowie die Arbeitswelt des kommunalen Personals.
Die FGFC will diese Veränderungen aktiv mitgestalten. Der Maßstab dafür ist klar: bessere öffentliche Dienstleistungen durch praxistaugliche digitale Lösungen, verlässliche Strukturen und gute Arbeitsbedingungen.